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Kredit ohne Eigenkapital: So überzeugst du die Bank

Ohne Erspartes gründen ist schwierig, aber möglich. Der Schlüssel liegt bei KfW, Bürgschaftsbank – und deiner Hausbank.

Ja, ein Kredit ohne Eigenkapital ist möglich – aber er will gut vorbereitet sein. Der übliche Weg führt über einen Förderkredit der KfW und eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank deines Bundeslandes. Beide zusammen sichern der Bank einen großen Teil des Risikos ab – bei vielen Programmen bis zu 80 Prozent. Den verbleibenden Rest von rund 20 Prozent trägt deine Hausbank selbst. Und genau dort entscheidet sich dein Kredit: Du musst die Hausbank davon überzeugen, dass dein Vorhaben trägt und dass du persönlich dahinterstehst.

„Ich habe eine gute Idee, aber kein Eigenkapital – bekomme ich trotzdem einen Kredit?" Diese Frage höre ich ständig. Die ehrliche Antwort: Es ist möglich, aber es ist der schwierigere Weg. Wer ohne Erspartes gründet, muss die Bank an einer anderen Stelle überzeugen als jemand, der 30 Prozent selbst mitbringt. Dieser Artikel zeigt dir, wie die Absicherung über KfW und Bürgschaftsbank funktioniert – und vor allem, worauf es bei den verbleibenden 20 Prozent ankommt, die deine Hausbank selbst verantwortet.

Wie ein Kredit ohne Eigenkapital überhaupt funktioniert

Eine Bank verleiht ungern Geld ohne Sicherheit. Fehlt das Eigenkapital, fehlt dieser Puffer – und das Risiko liegt allein bei der Bank. Genau hier setzen die Förderinstrumente an: Sie nehmen der Bank einen Großteil dieses Risikos ab, damit sie überhaupt „Ja" sagen kann.

Die KfW: Förderkredit mit Haftungsfreistellung

Die KfW (die staatliche Förderbank) vergibt zinsgünstige Gründerkredite. Wichtig ist dabei die sogenannte Haftungsfreistellung: Bei einigen Programmen übernimmt die KfW einen großen Teil des Ausfallrisikos gegenüber deiner Hausbank – häufig bis zu 80 Prozent. Fällt der Kredit aus, haftet die Hausbank also nur noch für einen Bruchteil. Das senkt ihre Hemmschwelle erheblich.

Die Bürgschaftsbank: Sicherheit, wenn du keine hast

Wer keine eigenen Sicherheiten stellen kann, für den springt die Bürgschaftsbank des jeweiligen Bundeslandes ein. Sie übernimmt eine Ausfallbürgschaft für einen Großteil des Kredits – ebenfalls in der Größenordnung von bis zu 80 Prozent. Die Bürgschaftsbank ersetzt damit die Sicherheit, die dir sonst fehlen würde. In vielen Bundesländern gibt es sogar den Weg „Bürgschaft ohne Bank", bei dem du zuerst die Bürgschaftszusage einholst und damit zur Hausbank gehst.

Das Hausbankprinzip: Du gehst nicht direkt zur KfW

KfW-Förderkredite werden nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern über deine Hausbank durchgeleitet. Das heißt: Deine erste und wichtigste Hürde ist immer das Gespräch mit der Bank vor Ort. Sie prüft dein Vorhaben, stellt den Antrag bei der KfW und reicht die Bürgschaft mit ein. Wer das Bankgespräch gut vorbereitet, entscheidet den größten Teil der Finanzierung.

Die Rechnung: 80 Prozent sind abgesichert – und die restlichen 20?

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Du brauchst 100.000 Euro. Über KfW-Haftungsfreistellung und Bürgschaftsbank lassen sich davon rund 80.000 Euro absichern. Für die verbleibenden 20.000 Euro trägt deine Hausbank das Risiko selbst.

~80 % abgesichert über KfW & Bürgschaftsbank
~20 % Risiko der Hausbank – hier musst du überzeugen

Dieser Rest ist der Knackpunkt. Für diese rund 20 Prozent haftet die Bank mit ihrem eigenen Geld – und dafür trägt der Bankberater die Verantwortung gegenüber seinem Haus. Deshalb reicht es nicht, auf die Förderung zu verweisen. Die Bank will sehen, dass du selbst für dein Business geradestehst und dass die Zahlen tragen. Genau darum geht es im Rest dieses Artikels.

Die Prozentsätze sind Richtwerte, keine Garantie

Die genaue Höhe von Haftungsfreistellung und Bürgschaft hängt vom konkreten Programm, deinem Bundesland und deinem Vorhaben ab. Die Zahlen hier zeigen das Prinzip, nicht einen festen Anspruch. Welche Programme in deinem Fall passen, klärst du am besten vor dem Bankgespräch – gern gemeinsam mit uns.

Womit du die Hausbank bei den 20 Prozent überzeugst

Für ihren eigenen Risikoanteil schaut die Bank auf einige klar benennbare Punkte. Wenn du sie vorbereitest, verwandelst du ein zögerliches „Vielleicht" in ein „Ja".

  1. Ein tragfähiger Businessplan mit realistischem Finanzplan. Das ist das Herzstück. Die Bank muss auf einen Blick erkennen, dass dein Modell funktioniert und die Zahlen nicht geschönt sind. Ein sauber gerechneter Finanzplan mit nachvollziehbarer Anlaufphase schlägt jede optimistische Erzählung.
  2. Kapitaldienstfähigkeit – kann das Unternehmen die Raten zahlen? Die Bank rechnet nach, ob nach allen Kosten genug übrig bleibt, um Zins und Tilgung zu bedienen. Weise das mit einer belastbaren Liquiditätsplanung nach, nicht mit Wunschzahlen.
  3. Deine Branchen- und Kaufmannserfahrung. Wer das Handwerk kennt, in dem er gründet, wirkt glaubwürdiger. Zeig, warum ausgerechnet du dieses Geschäft zum Laufen bringst.
  4. Persönliche Haftung – zeig, dass du im Risiko stehst. Genau das meint die Bank, wenn sie fragt, ob du „mit einsteigst". Die Bereitschaft, eine persönliche Bürgschaft zu übernehmen, signalisiert: Du glaubst selbst an dein Vorhaben und ziehst dich nicht zurück, wenn es eng wird.
  5. Saubere Bonität und Schufa. Eine einwandfreie Schufa ist bei fehlendem Eigenkapital fast Pflicht. Kläre offene Negativeinträge vorher – eine böse Überraschung im Bankgespräch kostet dich den Kredit.
  6. Kleine Eigenmittel oder Eigenleistung wirken groß. Auch wenn du „kein Eigenkapital" hast: Selbst ein kleiner eigener Betrag oder handfeste Eigenleistung (etwa selbst erbrachte Arbeit) zeigt der Bank, dass du selbst investierst. Das verändert die Wahrnehmung deutlich.
Was die Bank sieht Überzeugend Riskant für dich
Businessplan Tragfähig, mit realistischem Finanzplan Nur Idee, keine belegbaren Zahlen
Kapitaldienst Raten sauber aus dem Cashflow gedeckt Rechnung geht nur bei Bestfall auf
Eigenbeteiligung Kleine Eigenmittel oder Eigenleistung „Nur euer Geld, meines nicht"
Bonität Schufa sauber, keine offenen Themen Ungeklärte Negativeinträge
Haltung Bereit, persönlich mitzuhaften Risiko komplett abwälzen wollen

Bereite dein Bankgespräch nicht allein vor

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Ehrlich bleiben: Kein Eigenkapital heißt weniger Puffer

Ein Kredit ohne Eigenkapital ist möglich – aber er hat einen Preis. Ohne eigenen Puffer sind deine Raten von Anfang an höher, und ein schwacher Start trifft dich schneller. Kalkuliere deshalb konservativ, plane eine realistische Reserve für die Anlaufmonate ein und rechne durch, was passiert, wenn der Umsatz später kommt als erhofft. Eine Finanzierung, die nur im Bestfall aufgeht, ist keine tragfähige Finanzierung.

Das ist keine Absage an deine Gründung – im Gegenteil. Es ist der Grund, warum die Vorbereitung bei fehlendem Eigenkapital noch wichtiger ist als sonst. Wer die Bank mit einem soliden Plan überzeugt, hat gleichzeitig sich selbst überzeugt.

Und wenn du arbeitslos gemeldet bist?

Dann kannst du die Vorbereitung deiner Gründung – inklusive Businessplan und Finanzplan – über den AVGS-Gründercoaching zu 100 Prozent fördern lassen. Die Kosten übernimmt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. So gehst du mit professionell aufbereiteten Unterlagen ins Bankgespräch, ohne dafür zu bezahlen.

So gehst du vor

  1. Businessplan und Finanzplan erstellen – tragfähig, realistisch, prüfbar.
  2. Passende Förderprogramme identifizieren – KfW-Kredit plus Bürgschaftsbank deines Bundeslandes.
  3. Bonität und Schufa klären, bevor die Bank hineinschaut.
  4. Bankgespräch vorbereiten – Zahlen kennen, Rückfragen antizipieren, Haltung zeigen.
  5. Antrag über die Hausbank stellen, die KfW-Kredit und Bürgschaft durchleitet.

Im nächsten Beitrag gehe ich tiefer auf die konkreten KfW-Programme und den Ablauf mit der Bürgschaftsbank ein. Wenn du bis dahin nicht warten willst: Meld dich, wir schauen uns deinen Fall direkt an.

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Häufige Fragen

Kann ich als Gründer einen Kredit ohne Eigenkapital bekommen?

Ja, das ist möglich, aber schwieriger als mit Eigenkapital. Der übliche Weg führt über Förderkredite der KfW und eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank deines Bundeslandes. Diese sichern der Hausbank einen großen Teil des Ausfallrisikos ab – bei vielen Programmen bis zu 80 Prozent. Für den verbleibenden Teil trägt die Hausbank das Risiko selbst und will deshalb sehen, dass du persönlich hinter dem Vorhaben stehst und der Businessplan tragfähig ist.

Wer sichert den Kredit ab, wenn ich kein Eigenkapital habe?

In der Regel eine Kombination aus KfW-Förderkredit und einer Ausfallbürgschaft der Bürgschaftsbank deines Bundeslandes. Die KfW gibt der Hausbank bei einigen Programmen eine Haftungsfreistellung von bis zu 80 Prozent, die Bürgschaftsbank verbürgt ebenfalls einen Großteil des Kredits. Zusammen decken diese Instrumente einen so großen Teil des Risikos ab, dass eine Finanzierung auch ohne eigene Sicherheiten möglich wird.

Warum will die Hausbank trotz Bürgschaft, dass ich mit einsteige?

Weil sie einen Teil des Risikos selbst trägt – häufig rund 20 Prozent. Diesen Rest muss sie eigenverantwortlich prüfen und verantworten. Deshalb schaut sie auf deine Bonität, deine Branchenerfahrung, die Tragfähigkeit des Businessplans und darauf, ob du persönlich für das Vorhaben geradestehst, etwa über eine persönliche Bürgschaft. Sie will sehen, dass du selbst überzeugt bist und nicht nur fremdes Geld einsetzt.

Was überzeugt die Bank bei den verbleibenden 20 Prozent?

Ein tragfähiger Businessplan mit realistischem Finanzplan, nachgewiesene Branchen- und Kaufmannserfahrung, eine saubere Bonität und Schufa, die persönliche Bereitschaft mitzuhaften sowie eine nachvollziehbare Kapitaldienstfähigkeit – also der Nachweis, dass das Unternehmen die Raten erwirtschaften kann. Schon kleine Eigenmittel oder Eigenleistungen helfen, weil sie zeigen, dass du selbst im Risiko stehst.

Kann ich den Antrag direkt bei der KfW stellen?

Nein. KfW-Förderkredite werden nach dem Hausbankprinzip vergeben: Du stellst den Antrag nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Hausbank, die den Kredit durchleitet. Deshalb musst du zuerst deine Hausbank überzeugen. Wer diesen Schritt gut vorbereitet, erhöht die Chancen deutlich – hier hilft ein sauber ausgearbeiteter Businessplan mit fachkundiger Begleitung.